GenderGaga in Behörden

Igor Woitschnizschak, Samstag, 06. August 2016, 10:18 (vor 266 Tagen)

Ich habe diese Woche mit einer Behörde kommuniziert und in meiner Antwort darauf hingewiesen, dass ich niemanden respektvoll "anreden" kann, wenn ich nicht sein Geschlecht weiß. Anmerkung: Untendrunter stand nur ... "Mit freundlichen Grüßen ..... Name". Ich verwies ausdrücklich darauf, dass ich solch einen Marathon nicht vollziehen werde: https://youtu.be/4DQ61G9ir0Q

Darauf kam als Antwort, dass "er" einen Namen hat, der weiblich und männlich ... und es ihm egal wäre.

Zitat:

Ein paar Gedanken zu meinem Geschlecht: **** ist ein männlicher Vorname, wie eine kurze Recherche bzw. ein Blick in einschlägige Medien unschwer ergeben hätte. Da es jedoch nicht Ihre Aufgabe ist, jedem Namen zu recherchieren, wäre ich Ihnen mit Sicherheit auch nicht böse gewesen, hätten Sie mich mit der weiblichen Anrede begrüßt. Aus meiner Sicht definiert sich Respekt nicht an der geschlechterspezifisch korrekten Anrede!

[...]

Sollte sich Ihr Vorwurf der Unsitte auf die mutmaßlich Verschleierung meines Geschlechts beziehen, so seien Sie sicher, dass ich nichts verschleiern will, sondern vielmehr die amtlichen Vordrucke der Anschreiben eben so vorgegeben sind, was ja mit meiner Erläuterung oben geklärt sein sollte. Bezöge sich der Vorwurf der Unsitte auf meinen mutmaßlich nicht eindeutig einem Geschlecht zuzuordnenden Vornamen, müsste ich dieses sehr entschieden zurückweisen und mir das als persönlichen Angriff verbitten und auf o.g. respektvollen Umgang bestehen. Das von Ihnen verlinkte Erläuterungsvideo kann ich aus datenschutzrelevanten Einstellungen meines dienstlichen Internetzugriffs nicht öffnen und somit nicht zur Kenntnis nehmen! Einen Vergleich oder ein Parallelenziehen zu jedweder Person einer politischen Partei, insbesondere der AfD, verbitte ich mir in jedem Fall.

Also ich persönlich stelle erst mal fest, dass Behördenmitarbeiter kaum ihren ganzen Namen offenbaren und zudem das Geb.-Datum durch das BDSG geschützt wird. Damit wird grundsätzlich auch eine Verschleierung betrieben, denn in 5-10 Jahren .... wenn der politische Wind sich gedreht hat .... wären solche Leute im Falle von Straftaten und Menschenrechtsverletzungen (inbesondere auch im Familienunrechtsbereich) identifizier- und verfolgbar.

Übrigens ... AFDophop scheinen die in Behörden auch noch zu sein. :-)

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Im Zweifelsfall immer mit "Herr" anreden!

T.R.E.Lentze ⌂, Samstag, 06. August 2016, 14:39 (vor 266 Tagen) @ Igor Woitschnizschak

Es tut mir leid, aber ich muß dir sagen, daß ich deinen Eifer für übertrieben halte. Die Regel ist oder sollte sein: Im Zweifelsfalle immer mit "Herr" anreden bzw. anschreiben.

Und übrigens, ich leite Anfragen oder Mitteilungen an offizielle Stellen immer mit "Sehr geehrte Herren" ein, niemals mit "Sehr geehrte Herren und Damen" oder gar "...Damen und Herren". Der Grund ist einfach: Im Deutschen gilt der männliche Plural grundsätzlich für alle Geschlechter. Diese Anrede ist also nicht-sexualisierend, im Gegensatz zur heute üblichen.

Was weitere Identifikations-Merkmal betrifft, etwa das Geburtsdatum, so hätte ich freilich auch gerne mehr Transparenz. Dagegen hülfe nur eine Gesetzesänderung. Dem einzelnen Behörden-Angestellten kann man das aber nicht zum Vorwurf machen.

Gruß
trel

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