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Bin ich ein Frauenhasser?

T.R.E.Lentze ⌂, Sonntag, 01. November 2015, 21:31 (vor 510 Tagen)

Wie meine treuen Leser wissen (ansonsten: verwende Suchfunktion oben links), hat der "Express" mich einmal als Bonns schlimmsten Frauenhasser bezeichnet. Natürlich ist das keine Information, sondern Volksverhetzung, wie sie die meisten Medien heute im Dienst der Politik betreiben. Aber auch in Blogs tauchen gelegentlich Äußerungen auf wie etwa diese:

Der Typ ist ein kranker und gestörter Frauenhasser und sonst nichts.

Nun habe ich mir gerade vorgestellt, mir würde ganz direkt die Frage gestellt: "Sind Sie ein Frauenhasser?" In sogeannten Talkrunden geschieht ja dergleichen im Kalkül, die Befragten zu lebhaften Reaktionen zu veranlassen. Ja, was sollte ich darauf antworten? Würde ich "nein" sagen, dann käme sofort die Entgegnung: "Aber Sie haben doch geschrieben, Frauen seien den Tieren näher als Männer es sind", und dergleichen. Dann wäre ich in die Rolle eines, der sich zu rechtfertigen hätte, gedrängt worden.

"Nein" zu sagen, wäre also unklug. Ich sollte gegenfragen: "Was ist denn Frauenhaß? Ein Gefühl oder eine philosophische Haltung? Wonach von beiden Möglichkeiten fragen Sie mich?"

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Nehmen wir die letztere Fragestellung zuerst. Nach meinem philosophischen Verständnis ist der Mensch ein Wesen, das sich alternierend als Mann und Weib (re-)inkarniert. Es handelt sich also um verschiedene Ausprägungen einer jeweiligen menschlichen Individualität; Ausprägungen, die aber keineswegs in einer sexuellen, also fortpflanzungsbezüglichen Polarität und Komplementarität aufgehen, sondern in der umfassenden Seinsordnung zugleich unterschiedliche hierarchische Stufen verkörpern. Und zwar dergestalt, daß der Mann den Menschen mehr repräsentiert als das Weib es tut. Das gilt natürlich tendenziell, nicht absolut.

Man kann dieses Weltbild als frauenhassend bezeichnen. Aber warum? Ein Denker denkt; er hegt während des Denkens keine Gefühle; weder liebt er, noch haßt er. Aber es kommt vor, daß ein Denk-Ergebnis in anderen Menschen Gefühle auslöst, weil sie nicht sauber denken, sondern Denken und Gefühle schlecht voneinander trennen können. In vorliegendem Falle kann das Ergebnis Haß auslösen, weil der Feminismus heute staatstragend ist und durch unsere Umerziehungs-Tyrannei auch in Menschen infiltriert worden ist, denen gar nicht bewußt ist, daß sie feministisch denken. Man bezeichnet ein solches bloß übernommenes, unbewußt bleibendes Urteil als Vorurteil. Und dieses Vorurteil lautet: Weiber sind die eigentlichen, die wahren Menschen. Anhand eines Spiegel-Artikels habe ich aufzuzeigen versucht, mit welch raffinierten Mitteln eine solche Infiltration bisweilen vorgenommen wird.

Die Konfrontation mit dem gegenteiligen - also mit meinem - Weltbild führt dann eventuell zum Haß; und dieser Haß wird rückprojiziert auf seinen Urheber. Diese Leute sehen in mir einen Frauenhasser.

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Jetzt die andere Fragestellung:
Ob ich Frauenhaß fühle. Nein, den fühle ich nicht. - Oder - unterschwellig vielleicht doch? Kann ich das wissen? Falls ich es nicht wissen kann, kann ich auch die entsprechende Frage nicht beantworten. Es wäre dann eine bloß rhetorische Frage.

Hingegen gibt es Feministen, die Männer bewußt hassen, das heißt, die ihren Männerhaß öffentlich erklären. Meist nicht so, daß sie sagen: "Ich bin eine Männer-Hasserin"; aber doch wiederum so, daß sie das Gefühlshafte herausstellen. Siehe etwa meine Analyse in Quälende Männlichkeit. Zu einem Artikel von Antje Schrupp. Diese kultiviert schreibende und philosophisch gebildete Feministin leidet offenbar an der bloßen Tatsache, daß Weiber sich die Welt mit Männern teilen müssen, und daß diese durch ihre bloße Existenz das weibliche Geschlecht relativieren oder sogar marginalisieren.

In einem anderen Artikel, den ich mir nicht gesichert habe, bekennt sich dieselbe Autorin sogar sehr persönlich: daß sie Männern gegenüber in der Begegnung betont abweisend auftrete (oder dies bisher so gemacht habe), um nur ja nicht den Eindruck aufkommen zu lassen, daß sie Sympathien für sie empfinde. (Oder vielleicht: um in ihr selbst aufkeimende Sympathiegefühle rechtzeitig zu ersticken?) Immerhin reflektiert sie das. Es ist ihr also bewußt.

Zugegeben, ich habe zeitweilig auch entsprechende Impulse verspürt, etwa nach einer Niederlage im Familiengericht ohne anwaltlichen Beistand, wenn die Richterin in offensichtlichster und gröbster Weise, allein gestützt auf ihr Bewußtsein der Unangreifbarkeit, Unrecht gesprochen hat. Die weibliche Überrepräsentanz in den Medien und im Verwaltungswesen ist mir dann besonders unangenehm aufgefallen und ich sagte mir: Was haben die hier eigentlich zu suchen?

Aber der einzig überzeugende Beweis für einen habituellen Frauenhaß, wenn ich ihn hätte, wäre doch die Aussage von Weibern, die mich kennen. Doch da gibt es keine derartige Aussage - mit der einzigen Ausnahme einer Bekannten, deren anhaltende Werbung ich nicht beantwortet (die längste Zeit auch nicht wahrgenommen oder anders interpretiert) hatte, bis ihre Zuneigung plötzlich in Frust und Haß umschlug. In diesem Moment bezeichnete sie mich, mit Blick auf meine Feminismuskritik (die sie bis dahin zustimmend kommentierte) als Frauenhasser. Das ist verzeihlich. Eine objektivierbare Festsstellung ist es natürlich aber nicht.

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Fazit:

Diejenigen, die Feminismuskritik mit Frauenhaß gleichsetzen - insbesondere im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Volksverhetzung -, sollten sich fragen, was sie unter diesem Begriff verstehen.

trel

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Sie arme Sehle...

Norbert Lange, Dienstag, 10. November 2015, 23:46 (vor 501 Tagen) @ T.R.E.Lentze

"Die Konfrontation mit dem gegenteiligen - also mit meinem - Weltbild führt dann eventuell zum Haß"

Nachdem ich den Großteil ihrer Schriften gelesen hatte stellte sich bei mir keineswegs Hass ein.
Tatsächlich empfinde ich ein tiefes Mitleid mit ihnen.

Ich hoffe sie entkommen dem Satan.

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