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Er hatte wenig Sinn fürs Praktische, das war seine Tragik.

T.R.E.Lentze ⌂, Samstag, 19. Februar 2011, 11:33 (vor 1398 Tagen) @ Dendo

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Die Erkenntnisse, deren man ihn heute verehrt, waren für ihn ohne Belang.

Das ist sicher übertrieben. Er schuf, in Gegnerschaft zu Edison, die Wechselstromtechnik, wie wir sie heute anwenden, und er erfand noch vor Marconi die Grundlagen der Rundfunktechnik. Was die von ihm ins Auge gefaßte drahtlose Energieübertragung betrifft, so bleibt das bis heute zwar rätselhaft, aber das sollte man ihm nicht zur Last legen. Meines Wissens war Tesla nicht auf das Unmachbare fixiert. Es fehlte ihm nur jeder Sinn für Selbstvermarktung, die seinen Gegenspieler Edison so erfolgreich machte. Dafür hatte er zeitweilig ein auffälliges Bedürfnis, sich als ein Magier, als eine Art Zauberkünstler darzustellen und zu glänzen.

Mit Edison hatte er die übersprudelnde Ideenfülle und den außerordentlichen Arbeitseifer gemeinsam. Edison hatte überdies die Fähigkeit, viele bedeutende Männer um sich zu scharen und zu motivieren. Tesla hingegen war ein Einzelgänger und schwierig im Umgang. Zudem hatte er kein Bedürfnis nach wirtschaftlichem Erfolg. Viele Chancen ließ er deshalb ungenutzt. Das erklärt, warum Edison bis heute in aller Munde, Tesla hingegen dem öffentlichen Bewußtsein fast entschwunden ist, obwohl wir ihm eigentlich mehr verdanken. Umso faszinierender wirkt er auf seine Bewunderer.

Edison war ungebildet, ein typischer amerikanischer Aufsteiger. Tesla hingegen, aus dem heutigen Kroatien stammend, war studiert und intellektuell hochbegabt. Er beherrschte die mathematischen und physikalischen Grundlagen seines Faches perfekt, hatte ein unglaubliches technisches Visualisierungsvermögen, und war überdies literarisch gebildet. Passagen aus Goethes Faust konnte er im Original zitieren, mit Mark Twain verband ihn eine lebenslange Freundschaft.

Näheres ist z.B. dieser Amazon-Seite zu entnehmen, die auch eine ausführliche Buchbesprechung enthält:

http://www.amazon.de/Wie-Nikola-Tesla-Jahrhundert-erfand/dp/3527504311

trel

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Aus dem Bußgeldbescheid der LfM gegen den Betreiber dieses Forums:
"Eine sachliche und kritische Auseinandersetzung z.B. mit dem Feminismus findet nicht statt."
Oh doch, sie findet statt. Und genau das wollen die Staatsfeministen nicht.


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