Der Fall Kasidiaris: Ein Mann wehrt sich - durch Schläge, und jetzt mit Strafanzeigen
Am letzten Donnerstag, dem 7.Juni, hatte der Rechtsextreme Ilias Kasidiaris eine Linksextremistin kräftig geohrfeigt, nachdem diese ihn zu schlagen drohte. Zuvor hatte er einer Frau, die ihn beleidigte, ein Glas Wasser ins Gesicht geschüttet.
Darauf war er durch einige Frauenversteher gefaßt und in einen Nebenraum gesperrt worden, aus dem er aber, vor Eintreffen der Polizei, flüchten konnte.
Was die Medien uns nur vereinzelt verrieten: Wenn es Kasidiaris gelingen sollte, sich dem Zugriff der Polizei bis Samstag früh zu entziehen, dann würde die Anzeige wirkungslos werden.
Und so ist es offenbar auch geschehen. Kasidiaris nutzte diesen Umstand jetzt, um noch mehr in die Offensive zu gehen. Dazu spiegel-online in seiner heutigen Ausgabe:
Erst schlug er zu, nun verklagt er die Opfer: Der griechische Neonazi, der in der vergangenen Woche in einer laufenden Fernsehendung zwei Politikerinnen beleidigt und eine von ihnen geschlagen hatte, hat sowohl den Sender als auch die beiden Frauen verklagt.
Am Montag erschien Ilias Kasidiaris, Sprecher der griechischen rechtsextremen Partei Chrysi Avgi ("Goldene Morgenröte"), vor einem Gericht in Athen, um Klage gegen die Kommunistin Liana Kanelli und das Mitglied der Linksallianz Syriza, Rena Dourou, wegen grundloser Beleidigung einzureichen. Einem Radiosender sagte der 31-jährige Rechtsextremist, er habe die zwei linken Politikerinnen angezeigt, weil sie ihn dazu provoziert hätten, so zu handeln, wie er gehandelt hat.
Den Sender ANT1 zeigte er an, weil einige Angestellte versucht hätten, ihn nach dem Zwischenfall festzuhalten.
Einen weiteren Gesprächspartner der Talkshow habe er angezeigt, weil dieser die Staatsanwaltschaft angerufen und sie dazu bewegt habe, ihn strafrechtlich zu verfolgen. Dies sei eine indirekte Aufforderung zur Überschreitung der Befugnisse einer Staatsanwaltschaft.
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Nun kann man natürlich sagen: Das ist ein Hitzkopf; der ist zu weit gegangen, schon in dem Moment, als er der einen Dame das Wasser ins Gesicht schüttete. Und der anderen, die ihn mit der (zusammengerollten?) Zeitung schlagen wollte, hätte er dieses Instrument entreißen können.
Doch die Eskalation ist erst eingetreten, nachdem sich die Frauenversteher auf ihn gestürzt hatten. Dadurch sah er sich unerwartet mehren Gegnern zugleich ausgesetzt.
Interessant ist nun, daß er mit seinen Anklagen jetzt noch eins draufsetzt. Er hätte ja auch reumütig einräumen können, daß er zu weit gegangen sei.
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Dazu meine Meinung:
Ich begrüße die jetzige Offensive dieses Mannes. Sie ist gerecht.
Denn, zum Vergleich: Wie hätten die Medien reagiert, wenn nicht er, sondern eine Frau in dieser Weise sich verhalten hätte? Dann hätte es geheißen: "Die Frau wehrt sich. Und das zurecht!"
Das hatte ich auch in einem Kommentar an "spiegel-online" geschrieben. Der wurde aber nicht angenommen. Überhaupt sind im Laufe des Nachmittags und des Abends nur 3 Kommentare zum Thema erschienen. Ein bereits veröffentlichter Kommentar, in welchem darauf hingewiesen wurde, daß die Kommunistin zuerst schlug bzw. mit Schlägen drohte, wurde nachträglich wieder gelöscht!
Ingestalt des Herrn Kasidiaris hat also ein Mann gewagt, die Gynokratie infrage zu stellen. Das ist bemerkenswert, denn extrem Rechte sind nicht unbedingt feminismus-kritisch. Vermutlich hätte Kasidiaris, seinem Temperament gemäß (bei schlagenden Frauen pflegt man immer von "Temperament" zu sprechen!), auch Männer angegriffen. Bemerkenswert ist eben nur, daß er hier Frauen gleich-behandelte.
Interessanterweise enthält auch der Spiegel-Bericht einen Hinweis darauf:
Bereits am Vortag hatte der Chef der Rechtsextremen, Nikolaos Michaloliakos, die Prügelattacke verteidigt. "Die Frauen sollten nicht meckern. Sie wollten doch Gleichberechtigung", meinte er im zyprischen Fernsehsender Sigma.
Viel Glück, Herr Kasidiaris!
trel
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Wie die Thiere seit undenklichen Zeiten immer dasselbe thun, so würde auch das menschliche Geschlecht, wenn es nur Weiber gäbe, in seinem Urzustände geblieben sein. Aller Fortschritt geht vom Manne aus. (Paul Julius Möbius)
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- Der Fall Kasidiaris: Ein Mann wehrt sich - durch Schläge, und jetzt mit Strafanzeigen - T.R.E.Lentze, 12.06.2012, 00:09
- Ein geübter Elite-Soldat. - T.R.E.Lentze, 12.06.2012, 00:41