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Eindrücke von der Verhandlung im Bonner Amtsgericht gegen Akif Pirincci

T.R.E.Lentze ⌂, Montag, 13. März 2017, 21:30 (vor 13 Tagen) @ tutnichtszursache

Akif ist der Nächste.....

http://der-kleine-akif.de/2017/03/12/liebe-freundinnen-und-freunde-5/

Danke vielmals für den Hinweis. Ich habe die Gelegenheit ergriffen, der Verhandlung beizuwohnen. Sie endete gegen 15 Uhr.

Kurz zusammengefaßt: Herr Pirincci wurde verurteilt wegen zweier Straftatbestände - Beleidigung und Volksverhetzung - zu 170 (?) Tagessätzen à 30 Euro. Die Staatanwältin hatte mehr gefordert. Der Beklagte will in Berufung gehen.

Der Richter sprach so leise, daß ich ihn immer nur teilweise verstehen konnte, besonders wenn er Texte des Angeklagten verlas. - Die Vertreterin der Nebenklägerin (letztere nicht anwesend) sprach auch sehr leise. - Die Staatsanwältin meldete sich nicht zu Wort, außer als sie aufgefordert wurde, ihr Plädoyer zu halten. Herr Pirincci war gut verständlich; zudem redete er in einer Weise, die für mich das Zuhören zum Vergnügen machte. Er war auf seine Weise unterhaltsam. - Sein Verteidiger wirkte sehr kompetent. Er beschränkte seine Wortmeldungen auf das Nötige, vertrat dann aber seinen Standpunkt klar und deutlich.

Nochmal zur Vertreterin der Nebenklage. Das war eine junge Frau, die sich sehr für ihr Anliegen engagierte, allerdings auf so penetrante und ungeschickte Weise, daß sie einmal selbst den Richter zum Lachen brachte. Dieser wies auch einen ihrer Anträge zurück. Sie hatte ein Buch über die professionelle Frühsexualisierung der Kinder vor sich. Deren Autorin, das war anscheinend ihre Mandantin. In ihrem Plädoyer kam ausführlich der Genderismus zur Sprache, in welchem sie offenbar die Krönung der abendländischen Kultur zu erkennen glaubt. Ich konnte kaum umhin, mich zu fragen: Was motiviert diese Frau? Gehört sie zu einer dieser Minderheiten aus der immer weiter anschwellenden Klasse der sexuell Diskriminierten?

Der Richter irritierte mich durch sein anhaltendes Lächeln oder Grinsen, in welchem ich Verlegenheit, innere Hilflosigkeit oder Zynismus zu erkennen glaube; letztlich vermag ich es nicht zu deuten.

Im Ergebnis möchte ich ihm aber nicht Ungerechtigkeit vorwerfen. Er berief sich auf geltende Urteile, und so besehen hat Herr Pirincci tatsächlich schwer beleidigt (nämlich die Autorin der Anleitung zur Früsexualisierung) und auch Volksverhetzung (betreffend die Immigranten) betrieben. Hier wäre freilich geltend zu machen, daß Herr Pirincci seine Texte als Schriftsteller eines bestimmten Genres verfaßt hat. Und was die Deutlichkeit der beleidigenden Aussagen betrifft, so befindet er sich auf einer Ebene mit Jan Böhmermann, dem - in merkwürdigem Unterschied zu Pirincci - für sein Schmähgedicht (gegen ein fremdes Staatsoberhaupt!) künstlerische Freiheit zuerkannt wurde. Doch was soll ein einfacher Amtsrichter anderes tun, als in einem engen Rahmen zu urteilen und das endgültige Urteil höheren Instanzen zu überlassen?

Aus meiner Sicht viel skandalöser und für Herrn Pirincci sicher weitaus folgenschwerer als das Gerichtsurteil ist der abgesprochene Boykott der Buchvertriebe. Den Autor hat das in den wirtschaftlichen Ruin getrieben. Der Richter erkannte Pirinccis finanzielle Notlage übrigens an; daher rührt der niedrige Tagessatz à 30 Euro. Seiner Berechnung dürfte Pirincci das Strafgeld in zwei Jahren abbezahlt haben. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Binnen einer Woche kann es angefochten werden.

Soviel fürs Erste. Ich wünsche Herrn Pirincci ein gutes Gelingen. Möge die Meinungsfreiheit wieder die Geltung gewinnen, die sie einmal auch bei uns hatte, und die einem Rechtsstaat würdig ist.

trel

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