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Nachtrag: "Spiegel"-Autorin findet es bescheuert, beim gemeinsamen Sex auch den Mann zu berücksichtigen.

T.R.E.Lentze ⌂, Montag, 12. September 2016, 13:26 (vor 228 Tagen) @ T.R.E.Lentze

Margarete Stokowski heute im "Spiegel", rückblickend auf ein lange zurückliegendes Lese-Erlebnis:

Uns fällt gar nicht auf, wie bescheuert es ist, ein Buch zu lesen, das erklärt, wie man Männern einen geilen Orgasmus besorgt, statt eines zu lesen, das erklärt, wie man selbst einen kriegt.

Das schreibt sie aus ihrer gegenwärtigen Einstellung heraus. Offenbar sieht sie im männlichen Partner nur einen vielseitig programmierbaren Vibrator. Aber damit nicht genug:

Das Schlimme ist, welche Vorstellung das Buch Frauen von sich als Sexobjekt und -dienstleisterin vermittelt, und zwar im Gewand vermeintlichen Empowerments. Denn obwohl es dazu gedacht ist, die Leserin "in Ihrem Frausein zu bestärken", damit sie und ihr Partner "Sex auf ganz neue Art genießen" können, enthält es haufenweise Passagen wie diese:

- "Sie haben jederzeit die Freiheit, nein zum Sex zu sagen, aber bedenken Sie dabei auch, dass es zur Liebe gehört, füreinander da zu sein, auch wenn man manchmal am liebsten ganz woanders wäre."

Tatsächlich gehört es zur Liebe, füreinander dazusein. Nur ausgerechnet für Weiber soll das nicht gelten - diese würden damit zu Dienstleistern erniedrigt! So also meint die Kolumnistin Frau S., und sicher auch ein Großteil ihrer (linken) "Spiegel"-Leserschaft.

Ich kann mich erinnern, beim Sex mit meinen beiden Ehefrauen - das war noch in Afrika - mich sehr wohl auf deren Empfinden und Bedürfnisse eingestellt zu haben. Das war auch niemals Gegenstand von Diskussionen; es "funktionierte" einfach, obwohl das Bedürfnis der Frau meistens größer war als meines.

Wenn aber, so wie es die "Spiegel"-Kolumnistin darstellt, Sex nur der einseitigen Befriedigung dienen soll, und zwar vorzugsweise der weiblichen, wozu brauchen wir dann die Weiber noch? So ein Artikel ist der beste Anreiz, Ernst zu machen mit der Erkenntnis, daß Männer, zumal im reifen Alter, auch ganz gut ohne eine "bessere Hälfte" auskommen.

Sollte man einen solchen Artikel überhaupt ernst nehmen? Vielleicht doch. Denn selbst wenn die Autorin damit in erster Linie provozieren will, so ist allein die Tatsache, daß ein solcher Text erscheinen kann und aufgenommen wird, Hinweis genug, daß wir gut daran tun, unser Eigenes - das Männliche, also Menschliche - in den Blick zu nehmen.

trel

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