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Beihilfe durch Wissen: Wenn ein ehemaliger NS-Wachmann noch 70 Jahre später verurteilt wird...

T.R.E.Lentze ⌂, Freitag, 15. Juli 2016, 10:18 (vor 374 Tagen) @ Menzel77

...dann sind wir alle aufgefordert, uns Gedanken zu machen, wie unser Tun nach Jahrzehnten beurteilt werden wird.

Selbst wenn man nicht persönlich dafür verantwortlich ist, so trägt doch schon die alleinige Anwesenheit zum Funktionieren des Gesamtsystems bei. Und genau daran, wie bei einem 95-jährigen SS-Schreibstubenhengst, wird sich eines Tages mal die persönliche Schuld des Einzelnen messen.

Kürzlich wurde der 94 Jahre alten Reinhold Hanning wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen verurteilt. Das sind über 70 Jahre nach der "Tat". Warum?

Der Angeklagte hatte im Prozess zugegeben, Mitglied der SS-Wachmannschaft in Auschwitz gewesen zu sein und vom Massenmord gewusst zu haben. Die Verteidigung hatte Freispruch beantragt, weil keine Beweise für die direkte Beteiligung an konkreten Taten vorlägen.

Nun, im Falle der Beteiligung am heutigen öffentlich-rechtlichen System findet kein Massenmord statt, jedenfalls kein physischer und kein direkter. Insofern "hinkt" der Vergleich, wie man zu sagen pflegt. Mir geht es darum, an einem Beispiel aufzuzeigen, daß das, was heute Recht ist, später einmal als Unrecht gesehen werden kann; und daß der juristische Grundsatz, wonach nur verurteilt werden kann, wer gegen Gesetze verstoßen hat, die zur Tatzeit gültig waren, bisweilen ausgehebelt wird.

Es gibt aber
eine Tat, die heute millionenfach im Auftrag ausschließlich von Müttern vollzogen wird und auch nur durch mütterlichen Auftrag vollzogen werden kann: das ist der pränatale Mord.

Ich bin mir ziemlich sicher, daß der Pränatalmord irgendwann als das geahndet wird, was er meines Erachtens ist: der frivolste Mord, der überhaupt möglich und denkbar ist. Wann diese Einschätzung sich durchsetzen wird, ob vielleicht noch zu unseren Lebzeiten, das müssen wir offenlassen. Die Frauen, die dann noch leben, werden jedenfalls verurteilt werden - und zwar nicht nur wegen Beihilfe, so wie der Herr Hanning. Freilich werden dann auch wohl auch die Helfer bestraft werden, das sind die am Pränatalmord beteiligten Ärzte, das Krankenkassenpersonal, usw.

trel

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