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KK in Dekadenz: "Wir müssen uns auch bei den Frauen entschuldigen", so der Papst.

T.R.E.Lentze ⌂, Montag, 27. Juni 2016, 23:31 (vor 306 Tagen) @ Bernhard

Hallo Bernhard!

Im ersten Zitat meint der Papst - denke ich - die Geschichte der Homosexualität; diese wähnt er als verdrängt, ins Abseits geschoben - womit er denn wohl durchaus recht hätte... -

Gibt es eine Geschichte der Homosexualität? Was sollte das sein? Sicher gibt es eine Literatur- oder Wissenschaftsgeschichte der Homosexualität; das ist eine Geschichte der Gedanken, die man sich darüber gemacht hat. Aber ein solches Sich-darüber-Gedanken-machen, das ist selbst schon krankheitsverdächtig, es sei denn, es richtet sich an Ärzte und Patienten.

"Totem und Tabu" heißt ein Buch von Freud; "Toilette und Tabu" sollte Stichwort für eine praktische Regel sein.

Im Übrigen bleibt ein ziemlich unguter Beigeschmack in des Papstes "Bekenntnissen", eben dadurch, dass er verallgemeinernd vom "Wir" spricht, nicht namentlich von der Institution RKK bzw. vom Papstamt; also wir alle, will er suggerieren, die Gesellschaft insgesamt hat die Geschichte der Homosexualität tabuisiert, hat sich für die Waffen zu entschuldigen, deren Segnung durch die RKK sie kritiklos hingenommen hat. -

Da stimme ich dir voll zu. Die Kirche darf nicht ihre Schuld sozialisieren und menschliches Verdienst privatisieren.

Im Übrigen müßte ich, um die Sache wirklich zu beurteilen, in Erfahrung bringen, was der Papst vollständig gesagt hat, und in welchem Zusammenhang sein Vortrag mit seinem Weltbild steht. Der "Spiegel"-Journalismus ist tendenziös und insofern nicht immer verläßlich.

Gruß!
Thomas

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