Joachim Fest

Der/Anarchist, Mittwoch, 15. Juni 2016, 12:44 (vor 284 Tagen) @ T.R.E.Lentze

Ich kann empfehlen, weitere Bücher von ihm zu lesen; vor allem die Biographie Hitlers. Joachim Fest gehörte zu den wenigen aufrechten Historikern, von denen es heute kaum noch welche gibt; keinen, der öffentlich auftritt.

Hitlers Biographie war zur Zeit, als sie veröffentlicht wurde, ein Tabubruch. Denn Fest wagte es, Hitler zu ent-dämonisieren! Für Fest war Hitler nichts weiter als ein skrupelloser Machtpolitiker. Das gefiel schon damals den Linksfaschisten nicht. Zudem wagte Fest in der Biographie ein Gedankenspiel: er schrieb, dass, wäre Hitler vor 1938 durch ein Attentat zum Opfer gefallen, Hitler wahrscheinlich zu den größten Deutschen Männern dazugehören würde, da er unstreitig Deutschland zu seiner Souveränität verholfen habe! Mit diesem Gedankenspiel, das durchaus legitim ist, hebte er sich von dem politisch korrekten Mainstream ab. Natürlich muss man Hitlers Biographie im Kontext erfassen, und wissen, wohin Deutschland steuerte. Zudem muss man zusätzlich Sutton lesen und wissen, woher Hitler seine Gelder bekam, dann bekommt das "Gesicht des Dritten Reiches" eine neue Fratze, die man bis heute nicht wahrhaben will; nicht einmal an deutschen ach so wissenschaftlichen Universitäten.

Auch das Buch über den 20. Juli ist lesenswert. Dort beschäftigt sich Fest mit dem Widerstand...oder auch sein letztes Buch, seine Autobiographie, in der er den "kleinen" Widerstand seines Vaters gegen das Dritte Reich schildert.


Für mich ist Fest einer der größten populären Historiker der Nachkriegszeit.


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